Hier ist ein Vortrag, der im Juli 2022 auf der YJA-Convention in Dallas, Texas, gehalten wurde. Ja, Steph Curry ist auch dabei. :)

In einem Haus, in dem Harmonie herrscht, synchronisieren sich die Herzschläge der Menschen. Singt man in einem Chor, synchronisieren sich die Herzschläge aller Sängerinnen und Sänger ganz ohne Körperkontakt. Tatsächlich würden sich unsere Herzschläge synchronisieren, wenn das Publikum wirklich mitreißt, genau wie unser Klatschen.

In jedem Augenblick geschieht so viel mehr, als wir wahrnehmen können. Wir alle können es spüren, und ganz besonders ihr alle – denn, wie Gandhi sagte, ist das Gesetz der Liebe euch viel näher.

Und es ist überall um uns herum. Ein Mykologe in Japan entdeckte, dass unsere Pilznetzwerke intelligenter sind als unsere schnellsten Routenalgorithmen für Eisenbahnnetze! Nehmen wir zum Beispiel die Redwood-Bäume. Wenn ein Redwood-Baum stirbt, wächst ein Engelsring aus anderen Redwood-Bäumen in einem perfekten Kreis um ihn herum, um den Mutterbaum zu stützen. Und die Wissenschaft zeigt uns heute immer wieder, dass sich Glück in Netzwerken ausbreitet. Wenn deine Freunde glücklich sind, wirst du es auch sein. Dasselbe gilt für Krebs, Übergewicht, Depressionen, Rauchen, Aufhören, Kinderkriegen, Scheidung, Wohltätigkeit, Freundlichkeit und gute Nachrichten. All das verbreitet sich in Netzwerken. Selbst das Internet funktioniert nicht wie ein Lieferdienst – du willst etwas, und ich bringe es dir persönlich vorbei. Nein, so funktioniert das Internet nicht. Wenn du jemandem eine E-Mail schickst, geht sie an viele verschiedene Personen, und jeder leitet sie an seinen Nachbarn weiter. Genau wie beim Klatschen oder beim Leuchten der Glühwürmchen – so funktioniert das Internet.

Leider haben wir dieses Prinzip genommen und es stark eingeschränkt. Wir haben es zu einem begrenzten System gemacht. Nur wenige Unternehmen haben es in der Hand. Doch was geschieht, wenn wir das ändern und statt einer zentralisierten oder gar dezentralisierten Struktur ein verteiltes Netz des Bewusstseins, der Liebe und des Mitgefühls schaffen, zu dem jeder von uns bereits Zugang hat? Das könnte alles verändern.

Das Thema unserer Konferenz ist die Erschließung neuer Horizonte. Hier ist ein Foto des ersten Schiffes, das vor einigen Jahren die Welt umrundete. Dieses polynesische Schiff hatte jedoch keine Technologie, keinen Kompass, keine technischen Hilfsmittel. Zehntausende Kilometer Wasser – was soll man da tun? Man weiß ja nicht, wo man ist. Wie kommt man bloß von einem Ende der Welt zum anderen? Natürlich orientieren sie sich an Wasser, Himmel und Wind – aber was tun sie, wenn selbst die einheimischen Ältesten an Bord nicht mehr weiterwissen? Sie rufen die Landmannschaft. Wie nehmen sie Kontakt zu ihr auf? Sie beten. Weil die Landmannschaft sich um ihr Wohlergehen sorgt, bleiben sie in Verbindung – nicht über das Internet, sondern auf persönliche Weise.

Diese Vernetzung innerhalb des Netzwerks wird uns allen nun neue Horizonte eröffnen. Sie ist so mächtig, dass sie uns Demut lehrt.

Ich möchte mit diesem Video abschließen, das ich gehört habe, als ich mit einigen Mönchen am Fuße eines majestätischen Redwood-Baumes saß:

Wie also bringen wir individuelle und kollektive Strömungen in Einklang? Wir müssen ein unendliches Spiel spielen.

Betrachte das Unendlichkeitssymbol als zwei Kreise. Der eine Kreis steht für die Einzigartigkeit jedes Einzelnen; diese Größe gilt es zu entfalten. Jeder von uns hat Stärken, und die Welt braucht uns dafür. Doch allein das reicht nicht, denn wir reduzieren uns auf ein begrenztes Spektrum. Wir werden zwar einzigartig und herausragend, aber unser Ego erreicht unermessliche Höhen. Dieses Herausragen muss durch den zweiten Kreis der Unendlichkeit – das Eintauchen, das Aufgehen im Ganzen, das Verschwinden in der Masse – gemildert und ausgeglichen werden. Das lernen wir heute nicht mehr. Hebe dich hervor, aber vergiss nicht, dich auch einzufügen. Mit Demut erkennen wir die Kraft kleiner, aber tief miteinander verbundener Handlungen. Wir tun unser Bestes und erwachen zur Unendlichkeit der Masse.

Vielen Dank.

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